BERUFSDEFINITION
Der Berufsfeuerwehrmann, die Berufsfeuerwehrfrau mit eidgenössischem Fachausweis gewährleistet selbständig, im Team und in Zusammenarbeit mit anderen Partnerorganisationen die Sicherheit für Menschen und Tiere, welche sich in einer Krisen- oder Risikosituation befinden. Er begrenzt die Auswirkungen von Naturereignissen und technischen Havarien auf Umwelt und Sachwerte. Er handelt nach der Devise: (unter Einhaltung der eigenen Sicherheit) Retten, Halten, Schützen, Löschen, Folgeschäden verhindern. In einsatztaktischen Belangen untersteht der Berufsfeuerwehrmann, Berufsfeuerwehrfrau der Einsatzleitung.
Im Bereich der Einsatztechnik handelt er auf Anweisung, jedoch eigenständig. Bei einsatztechnischen Handlungen, welche er allein vornimmt, hält er sich an die von der Einsatzleitung delegierten Kompetenzen. Er kann die Gefahren bei Einsätzen aufgrund seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten richtig einschätzen und arbeitet konstruktiv mit Funktionären der Partnerorganisationen zusammen.
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VORAUSSETZUNGEN FÜR ZUKÜNFTIGE BERUFSFEUERWEHRLEUTE
Viele Arbeiten welche Berufsfeuerwehrleute ausführen, gehen an die physischen und psychischen Grenzen jedes einzelnen. Ein Notfall kann während 365 Tagen im Jahr und während 24 Stunden am Tag eintreffen. So steht die Berufsfeuerwehr auch jederzeit bereit, um innert einer nützlichen Frist auszurücken. Ein Schichttag resp. Arbeitstag dauert 24 Stunden, welcher sich in Arbeitszeit und Bereitschaftszeit aufteilt. Um in einen Lehrgang der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt aufgenommen zu werden, müssen gewisse Grundvoraussetzungen vorhanden sein.
Grundvoraussetzungen:
- Einwandfreier Leumund
- Guter Ausdruck, mündlich und schriftlich, in deutscher Sprache
- Bereitschaft zu unregelmässigem Dienst
- Bereitschaft gefährliche und schmutzige Arbeiten zu verrichten
- Robuste Konstitution
- Sportlich aktiv
- Normales Hörvermögen
- Gutes Sehvermögen (keine Brillen oder Kontaktlinsen)
- Atemschutztauglich
- Nachtarbeitstauglich
- Befähigt zum Führen von Fahrzeugen der Kat. C
- Gute Schul- und Allgemeinbildung
- Abgeschlossene Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, höhere schulische Bildung oder gleichwertige Ausbildung
- Führerausweis für Personenwagen (Kat. B)
- PC- Anwenderkenntnisse
- Befähigung zu selbständiger Arbeit und zu Teamarbeit
- Zuverlässigkeit
- Fähigkeit, psychisch belastende Erlebnisse verarbeiten zu können
- Gute Merkfähigkeit und eine hohe Lernbereitschaft
Mögliche Ausschlussgründe können sein:
- Höhenangst
- Klaustrophobie
- Anfallsleiden
- Zuckerkrankheit
Eintrittsalter zwischen 22 und 26 Jahre
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AUSWAHLVERFAHREN FÜR DIE AUFNAHME IN EINEN LEHRGANG
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist für einen Lehrgang bei der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt, werden die Dossiers gemäss den Grundvoraussetzungen überprüft. Bewerbungen, die die Grundvoraussetzungen erfüllen, können zu einer Aufnahmeprüfung eingeladen werden. Diese Prüfung dauert einen ganzen Tag und setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen.
Sportliche Prüfungsteile:
- Schwimmen; 400m Dauerschwimmen 350m in Brustlage und 50m in Rückenlage
- Rennen; 12 Minuten Lauf mindestens 2’600m
- Sport Leistungstest der BF-Basel
Feuerwehrspezifische Prüfungsteile:
- Besteigen der Drehleiter 30m (gesichert)
- Absolvieren der Atemschutzstrecke mit Brandausrüstung
- Handling
Schriftliche Prüfungsteile:
- Gedächtnisübung
- Rechnen
- Allgemeinwissen
- Aufsatz
Fallnoten:
- Die Sportprüfung muss mit einem 4.0 bestanden werden.
- Das Minimum von 2’600m muss im 12 Minuten Lauf erreicht werden.
- Das Besteigen der Drehleiter, die Atemschutzstrecke und das Handling müssen erfüllt werden.
Bewerber/innen welche die Aufnahmeprüfung erfolgreich bestanden haben, werden zu einem weiteren Termin bei der Berufsfeuerwehr Basel Stadt eingeladen. In einem persönlichen Gespräch geht es darum die Kandidaten/innen kennen zu lernen. Bei einer ärztlichen Untersuchung und einem Fitnesstest der Firma Dräger wird die Atemschutztauglichkeit abgeklärt. Um für zukünftige Berufsfeuerwehrleute die Ausrüstungen zu bestellen wird bei dieser Gelegenheit Mass genommen.
Die Besten des Auswahlverfahrens haben nun die Möglichkeit, die 18 Monate dauernde Grundausbildung bei der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt in Angriff zu nehmen.
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18 MONATE GRUNDAUSBILDUNG
In den kommenden 18 Monaten werden die Studierenden auf ihren neuen Beruf vorbereitet. Ein Team von Fachausbilder der Berufsfeuerwehr und Partnerorganisationen vermittelt in ca. 2'000 Lektionen das nötige Grundwissen für die Erfüllung der grossen Aufgabenpalette der Feuerwehr.
Folgende Schwerpunktthemen werden in Theorie und Praxis instruiert:
Löschdienst
Leiterndienst
Rettungsdienst
Atemschutz
ABC-Wehr
Pionierdienst
Hilfeleistungen
Kommunikation - Medien
Fahrzeuge - Verkehrsdienst
Spezialausbildungen z.Bsp. Nautik
Berufsbezogene Allgemeinbildung
Partnerorganisationen
Präklinische Patientenversorgung
Sport
Das Ausbildungsprogramm ist in Anlernstufen, Festigungsstufen und Anwendungsstufen gegliedert. Während den ersten 8 Monaten der Grundausbildung werden alle Fähigkeiten erworben, um das nachfolgende Praktikum im 24h Dienst erfolgreich absolvieren zu können.
Eine Erfolgskontrolle des Ausbildungsstand der Studierenden wird laufend durch schriftliche Tests und persönliche Bewertungen der Fachausbilder gewährleistet.
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EXTERNE KURSE UND AUSBILDUNGSBLÖCKE WÄHREND DEM LEHRGANG
Es gibt ein breites Spektrum von Fachwissen, welches in dem Umfang nicht bei der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt vermittelt werden kann. Dies erfordert, dass die Studierenden während ihrer Grundausbildung verschiedene Ausbildungsblöcke und Kurse an externen Standorten besuchen.
- Forstdienst Motorsägekurs
- Umgang mit radioaktiven Strahlen PSI
- Nautik Ausbildung
- Führerausweis Motorschiffe Kat. A
- Maschinistenausbildung Feuerwehrschiff
- SLRG Lebensretter Brevet 1 KURS SLRG begleitend
- Chemiewehrschule Siegfried
- Führerausweis Lastwagen Kat. C muss bis zum Beginn des Lehrgangs erworben werden. Die Kosten werden in Form einer maximalen Pauschale durch den Ausbildungsbetrieb übernommen
- Gruppenführerkurs IFA Balsthal
- RISC Brandbekämpfung von Industrieanlagen in Holland
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PRAKTIKUM ALS TEIL DER AUSBILDUNG
Nach Abschluss der theoretischen Grundausbildung folgt ein Praktikum im 24h Schichtdienst. Jeder Studierende wird durch einen Berufsbildner im Praktikum begleitet. Ziel ist, dass in der Grundausbildung Erlernte in der Praxis umzusetzen und erste Einsatzerfahrungen zu sammeln. Das Praktikum wird auch genutzt um die Studierenden in den Feuerwehrbetrieb einzuführen. So werden sie in verschiedenen Werkstätten arbeiten können.
In der Schlauchwerkstatt wird das Reinigen und Rollen der Schläuche erlernt
Die Atemschutzwerkstatt vermittelt das richtige Retablieren und Bereitstellen der verschiedenen Atemschutzgeräte
In der Montagehalle werden Motorgeräte und Fahrzeuge gewartet und ihre Einsatzbereitschaft sichergestellt
Das Sicherstellen der Einsatzbereitschaft der Mannschaft und der Fahrzeuge, das Retablieren des gebrauchten Einsatzmaterial und die Reinigung der Einsatzfahrzeuge und Fahrzeughallen sind weitere wichtige Tätigkeiten, die im Praktikum erlernt werden
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PRÜFUNGEN INTERN
Während der Ausbildung finden 3 Modulprüfungen statt. Einzelne Elemente der Modulprüfungen werden analog der eidgenössischen Fachprüfung durchgeführt. Solche Elemente können sein:
- Schriftliche Arbeiten
- Praktische Gruppenarbeiten
- Mündliche Prüfungen einzeln
- Praktische Prüfungen einzeln
Erst nach bestandenen Modulprüfungen können die Studierenden zur eidgenössischen Fachprüfung zugelassen werden.
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ABSCHLUSSPRÜFUNG EXTERN EIDG. FACHAUSWEIS
Nach erfolgreichem Abschluss des 18 Monate dauernden Berufsfeuerwehrlehrgang können die Studierenden an der eidgenössischen Fachprüfung Berufsfeuerwehrmann / Berufsfeuerwehrfrau teilnehmen.
Zugelassen zur Prüfung wird wer folgende Voraussetzungen erfüllt:
- Ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, einen Abschluss auf Sekundarstufe II oder einen gleichwertigen Ausweis besitzt
- Die Führerausweise C und D1 hat
- Einen gültigen Ausweis über die erfolgreiche Ausbildung in BLS (Basic Life Support) gemäss Richtlinien SRC (Swiss Resuscitation Council) vorweisen kann
- In den vergangenen 5 Jahren das SLRG - Brevet 1 erworben hat
- Den strukturierten Lehrgang erfolgreich absolviert hat, seit Beginn des Lehrgangs bei einer Berufsfeuerwehr Vollzeit angestellt ist sowie mindestens 18 Monate Praxis (inkl. Lehrgang) bei einer Berufsfeuerwehr nachweist
Umfang der eidg. Fachprüfung
Das erfolgreiche Bestehen der eidgenössischen Fachprüfung berechtigt zum Titel:
Berufsfeuerwehrmann / Berufsfeuerwehrfrau mit eidgenössischem Fachausweis
Die eidgenössische Fachprüfung kann maximal 2 Mal wiederholt werden.
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