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Das Zeughaus wurde im Jahre 1914 am jetzigen Standort bezogen und hat seit dem 1. April 1916 Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Basel. Bis ins Jahr 2002 wurde im Kantonalen Zeughaus Basel-Stadt das Korpsmaterial div. kantonaler und eidg. Einheiten eingelagert. Der Kunden-bereich der persönlichen Ausrüstung wird weiterhin im Zeughaus Basel bleiben. Ende 1999 sind die beiden Abteilungen Militärverwaltung und Bevölkerungsschutz Basel-Stadt in die umgebauten Räumlichkeiten des Zeughauses eingezogen. Die Reformen auf Bundesebene für die Bereiche Armee und Zivilschutz legten es nahe, die beiden Hauptabeilungen Militär und Bevölkerungsschutz auf den 1. April 2003 zur neuen Hauptabteilung Militär und Zivilschutz Basel-Stadt zusammenzulegen. Auf den 1. Januar 2005 erfolgte nun auch der Zusammenschluss der Hauptabteilungen Militär und Zivilschutz, Feuerwehr und Sanität zum neuen Bereich Rettung Basel-Stadt.
Zur Geschichte des Zeughauses
Im Mittelalter hatte in Basel jeder Wehrpflichtige für seine individuelle Ausrüstung mit Wehr und Waffe besorgt zu sein. Wohl schon vor dem Erdbeben von 1356 (urkundliche Nachrichten fehlen darüber allerdings) bestand die Stadt Basel grössere Kriegsgefahr. Das erste erhaltene Inventar von städtischem Kriegsgerät datiert aus dem Jahre 1361. Bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts wurde „der Sette Hezüg“ auf dem Richthaus oder Rathaus am Kornmarkt, dem heutigen Marktplatz, aufbewahrt.
Um 1415 kamen grosse Geschütze, Büchsen und Munitionsvorräte in den Werkhof am Petersplatz (an dessen Stelle befand sich einst der 1349 zerstörte Judenfriedhof). Wohl unter der Leitung des städtischen Werkmeisters wurden dort die Belagerungsmaschinen gebaut, später auch Geschütze gegossen. Seit 1414 standen die obrigkeitlichen Waffenvorräte, die schon um 1433 zu den Sehenswürdigkeiten zählten, unter der Aufsicht der Zeugherren oder Zeugmeister, welche auch die Pulvertürme im Dreispitz zu betreuen hatten.
Gebaut wurde das Basler Zeughaus ursprünglich als Kornhaus. Denn im Jahre 1437 – also zur Blütezeit des Basler Konzils – soll eine Missernte mit grosser Lebensmittelverknappung den Rat zum Beschluss bewogen haben, ein öffentliches Kornhaus beim Werkhof am Petersplatz zu errichten. Der Baubeginn erfolgte 1438, 1439 wurde das Holzwerk für das Kornhaus in Basel an Meister Hans von Thann, den Zimmermann, verdingt um 350 Gulden „nach der visier, so Meister Heinrich Roggenburg unser Werkmeister und er eins werden sollent“ – also der Werkmeister musste beim Planen mitwirken. Gemäss überlieferter Bauinschrift wurde das Werk im Jahre 1440 vollendet.
Wohl seit der Zeit der Bedrohung durch die Armagnaken diente das unmittelbar an den Werkhof anschliessende Kornhaus als Aufbewahrungsort für die städtischen Geschütze und Korpsmaterialien. Um 1446 wurden auf den Wänden Buchstaben zur Bezeichnung von Standplätzen aufgemalt. Im Hinblick auf die bedrohliche Entwicklung des Verhältnisses zu Herzog Karl dem Kühnen von Burgund wurde eine Neuaufstellung der Geschütze an die Hand genommen. Die Wände erhielten von einem unbekannten Maler eine reizvolle Dekoration mit bewegten Schriftbändern, die in Versform auf den Namen des Geschützes.
Die Beutestücke aus den Burgunderkriegen machten 1477/78 eine Neuanordnung der Geschütze im Zeughaus nötig. Dabei wurden die Malereien von 1474 übermalt und verändert. Heute bilden einige grosse Fragmente der Zeughausmalereien von 1474, abgelöst und von der späteren Übermalung befreit, einen prächtigen Wandschmuck in der Basler Stadtgeschichte 2 im Historischen Museum in der Barfüsserkirche.
Dass die Geschütze individuelle Namen hatten, entsprach einer alten Tradition. Sie waren entweder aufgemalt oder sogar im Relief auf dem Lauf vorhanden. Ein Beispiel aus der Burgunderbeute: “Jch heiss der Rauch / Jch schiess ein Stein aus meinem Schlauch / Mit starkem Gewalt / Erschreck Jung und Alt / Diss ist wohl vernommen / Von Murten bin ich gekommen“.
Der Geschützgiesser Jerg von Guntheim hat 1514 für die Stadt Basel ein Geschütz gegossen (heute im Historischen Museum Basel) mit der stolzen Inschrift: „Jch bin der reack (Drahe) ungehir / was ich schis / das tuen ich mir fir / meister jerg zu Strassburg gos mich 1514“.
Parallel stehend zum grossen Kornhaus bzw. Zeughaus wurde 1500 im Werkhof das „Kleine Zeughaus“ errichtet (abgebrochen 1883, ersetzt durch das Vesalianum). Es erhielt um 1535 malerischen Schmuck von der Hand des Conrad Schnitt. Zusammen mit Zeugwartswohnung, Städteschlosserei und Stadtschlosserwohnung bildete es ein an den Petersgraben stossendes Gevier.
Das Basler Zeughaus galt weitherum als besondere Sehenswürdigkeit mit seinen Malereien und seinem ausserordentlichen Bestand an Geschützen und Waffen alles Art. Die Basler Obrigkeit führte die Ehrengäste nicht nur in die Bibliothek und zum Rathaus, sondern auch ins Zeughaus.
In der Nacht vom 18. auf den 19. August 1775 wütete eine Feuerbrust, ausgebrochen im benachbarten Karrenstall, die im Innern einen vollständigen Neubau nötig machte. Der kurpfälzische Hofbaumeister Nicolas de Pigage empfahl, die alten intakten Aussenmauern beizubehalten. Es blieb also im Grundriss beim gotischen Bau, der durch neue Fenster mit gewölbten Stützen und Schluss-Steinen ein modernisiertes Aussehen erhielt.
Über den Bestandesreichtum des alten Basler Zeughauses informieren die seit 1361 erhaltenen Inventare. Diese sind von Eduard Achilles Gessler im Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde in den Jahren 1910 bis 1930 veröffentlicht worden.
Der Zeugherr des Kantons scheint ein sehr begehrtes Amt gewesen zu sein, hat sich doch um 1820 herum der einstige König Gustav IV von Schweden, kurz vorher Basler geworden, um de Stelle des Zeughausverwalters beworben. Er war aber abgewiesen worden mit der Begründung, dass Neubürger zehn Jahre lang zuwarten müssen, bis ihnen ein öffentliches Amt übertragen werden könne.
Nach der Trennung der beiden Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 1833 kam das Zeughausinventar in die im Verhältnis von einem Drittel zu zwei Dritteln zu teilende Masse. Die meisten in Basel-Stadt verbliebenen Zeughausbestände befinden sich heute im Historischen Museum Basel.
Am 4. November 1912 wurde dem Grossen Rat ein Ratschlag unterbreitet, der den Neubau eines Zeughauses auf dem Christoph Merian’schen Areal an der Lagerhausstrasse zum Inhalt hatte. Rat und Volk stimmten dem Kredit von Fr. 900'000.– zu und das heutige Zeughaus, dessen Fassaden 1979/1980 zum ersten Mal renoviert worden sind, konnte im Oktober 1914, unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkrieges, an der auf diesen Zeitpukt zur Zeughausstrasse umbenannten Lagerhausstrasse bezogen werden.
Die Pläne zum neuen Basler Zeughaus stammen von Architekt Carl Leisinger, Vorsteher des Hochbauamtes Basel-Stadt. (Baubeginn: April 1913). Das Basler Zeughaus hat seither verschiedene Erweiterungen erfahren.
Ein Zitat aus dem Ratschlag von 1912 gibt ein Bild über das damalige Lagergut und den Aufgabenbereich: „Eine weitere Vermehrung um 13 Fuhrwerke, von Fahrküchen an das Landwehrbatallion, von ca. 1000 Decken, 30 Pferdegeschirren etc. Die Räume des alten Zeughauses sind aber nicht nur zu eng für die Unterbringung der Fuhrwerke, sondern es ist infolge der Überfüllung auch die rasche Behändigung des Materials und somit die schleunige und friktionslose Mobilisierung unmöglich.“
Durch Volksabstimmung vom 14./15. November 1936 wurde nach ausführlichem Abstimmungskampf mit mancherlei sehr vernünftigen Gegenvorschlägen der Abbruch des alten Zeughauses am Petersplatz beschlossen. An seiner Stelle steht das 1939 eingeweihte neue Kollegiengebäude der Universität Basel.
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